Einrichtung von Car – Sharing Stationen

 

Haupt – und Finanzausschuss 19.06.2012
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
namens der Fraktion B.90/Die GRÜNEN bitte ich um Aufnahme des nachfolgenden Antrages
Einrichtung von Car-Sharing-Stationen in Troisdorf

Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt,
1.) mögliche – insb. auch dezentrale – Standorte für Car-Sharing-Stationen
und
2.) den Bedarf nach Car-Sharing-Angeboten bei den Firmen zu ermitteln,
3.) künftig vor der Anschaffung eines neuen Dienst-PKWs zu prüfen, ob die Nutzung eines Car-Sharings-Angebots unter Berücksichtigung aller Kosten die kostengünstigere Alternative ist.
Begründung: Der Verkehr ist das Abfallprodukt unserer Mobilität, wobei der motorisierte Individualverkehr den größten Anteil daran hat. Hier kann der ÖPNV in seiner aktuellen Ausgestaltung dem Anspruch an Individualität und Persönlichkeitsausdruck kaum gerecht werden. Andererseits ist auch in Troisdorf ein Keim des Umdenkens zu erkennen, begründet mit äußeren Umständen, etwa den exorbitanten Benzinkosten, überfüllten Straßen und der erdrückenden Parkraumdichte. Durch eine bessere Auslastung einzelner PKW werden nicht nur Umwelt und Klima entlastet, zudem reduzieren sich für den Einzelnen die Unterhaltskosten.
Zu 1.) Das Car-Sharing-Modell ist Teil eines modernen Verkehrskonzeptes. Es ist ein Baustein eines öffentlichen Verkehrssystems, das nicht mehr von Haltestelle zu Haltestelle denkt, sondern ein komplettes Mobilitätsangebot zusammen mit dem Komfort eines PKWs ermöglicht. Damit diese umweltfreundliche Mobilitätsdienstleistung angenommen wird, ist es nötig, attraktive Car-Sharing-Stationen zur Verfügung zu stellen. Diese sollten vor allem nahe zur Nachfrage liegen, das heißt in den dicht bebauten Wohngebieten und/oder guter Anbindung an Bus oder Bahn.
Zu 2.) Die Vorzüge eines Car-Sharing-Modells sind für manche Firmen erheblich. Für die Umsetzung des Car-Sharing für Firmen in Wohn- und Mischgebieten spricht neben den schon erwähnten umwelt- und klimafreundlichen Aspekten, dass damit gerade in unserer Innenstadtlage der Parkdruck reduziert werden kann, weil Dienstfahrzeugnutzung mit entsprechendem Stellplatzbedarf in erheblichem Maße ersetzt wird. Zudem besteht eventuell die Möglichkeit, einige bisher für Dienstfahrzeuge vorbehaltene Stellplätze für Car-Sharing-Stationen anzumieten. Gerade ein Mischbetrieb von privater und gewerblicher Nutzung von Car-Sharing-Angeboten kann eine gute Auslastung der Fahrzeuge gewährleisten.
Zu 3.) Durch eine Reduzierung der Leerstands- und Unterhaltskosten kann es in vielen Fällen kostengünstiger sein, eine Dienstfahrt mit einem Car-Sharing-Fahrzeug anzutreten anstatt ein in Bereitschaft vorgehaltenes Dienstfahrzeug in Anspruch zu nehmen. Hierdurch kann ggf. der Fuhrpark in erheblichem Maße reduziert werden.
Mit freundlichen Grüßen
 

Markus Schäfer Edith Geske
Verkehrspolitischer Sprecher Fraktionsgeschäftsführerin